KSG EXAUDIO - das Label für die feinste Auswahl klassischer Musik
KSG EXAUDIO wurde im Januar 2009 von Hubert Käppel und Tobias Kassung mit dem Zusammenschluss der beiden Labels KSG Classics und Exaudio gegründet. Der Schwerpunkt dieses neuen Labels liegt in der Veröffentlichung wertvoller Aufnahmen klassischer Gitarrenmusik in ihren unterschiedlichsten Facetten: vom solistischen Repertoire bis zu Kammer- und symphonischer Musik, von Musik alter Meister bis zu Ersteinspielungen zeitgenössischer Kompositionen.
Hubert Käppel ist Professor für Gitarre an der Hochschule für Musik Köln und der Koblenz International Guitar Academy. Als Interpret und Pädagoge hat er die neue Generation von Gitarristen geprägt wie wenige andere. Tobias Kassung ist Gitarrist und setzt sich als Komponist und Leiter des Kölner Klassik Ensembles für die Kammermusik mit Gitarre und den Orchesterinstrumenten ein. Beide Künstler haben KSG EXAUDIO als Antwort auf die neue Situation am Musikmarkt gegründet. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert, um Gitarrenliebhabern, Amateuren, Studenten und professionellen Musikern eine zuverlässige Orientierungshilfe für erstklassige Einspielungen zu sein.
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Im Januar 2009 entschlossen sich Hubert Käppel, seines Zeichens Professor für klassische Gitarre an der Musikhochschule Köln sowie der International Guitar Academy in Koblenz und Tobias Kassung, konzertierender Gitarrist und Leiter des Kölner Klassik Ensembles, ihre beiden Labels (Exaudio und KSG) zu vermählen. Das Joint Venture veröffentlicht seither unter dem Namen KSG Exaudio ausschließlich Aufnahmen klassischer Gitarrenmusik. Nach eigenen Angaben bietet das Label dabei allerlei musikalische Facetten vom solistischen Repertoire bis zur Kammer- und symphonischen Musik, von der Musik alter Meister bis zu Ersteinspielungen zeitgenössischer Kompositionen. Professional Audio traf die beiden Gitarristen und Labelgründer in Lohmar bei Köln.
? Wie kommt man auf die Idee ein Label für klassische Gitarrenmusik zu gründen, wo doch die Zeichen am Musikmarkt nicht gerade rosig aussehen?
KASSUNG: Ja, die Situation am Musikmarkt ist tatsächlich sehr schwer. Eigentlich werden klassische CDs in nennenswerten Zahlen nur noch bei Konzerten verkauft. Der Einzelhandel funktioniert fast gar nicht mehr. Was allerdings auch daran liegt, dass er die Entwicklung der Onlineshops verschlafen hat und zu wenig auf gute Qualität und Beratung setzt. Dabei gäbe es genau dafür einen Markt. Daher setzen wir – zugegebenermaßen mit ziemlich viel Idealismus – auf hervorragende Produktionen die sich ganz klar von der oft sehr zweifelhaften Qualität der „Klassik-Massenware“ absetzt.
? Sie sprechen von KSG Exaudio als Antwort auf die „Neue Situation“ am Musikmarkt. Wie sieht die Antwort in der Praxis aus und was war nochmal genau die Frage?
KASSUNG: Mit der neuen Situation meinen wir die Aufspaltung des Marktes in viele kleine Bereiche. Von den großen Labels sind nur noch 3 bis 4 übriggeblieben. Dagegen haben sich aber auch im klassischen Bereich zahlreiche kleine Labels hervorgetan die oftmals mit viel Engagement tolle Produktionen veröffentlichen. Und genau darin sehe ich die Chance für ein Label was sich ausschließlich auf klassische Gitarrenmusik konzentriert. Wir beschäftigen uns einfach viel intensiver mit klassischer Gitarrenmusik als andere große Labels das könnten. Da bietet sich die Chance für außergewöhnliche Qualität.
? Was ist das Ziel mit KSG Exaudio?
KÄPPEL: Wir sind ja in erster Linie konzertierende Gitarristen. Daher lieben wir nicht nur die klassische Gitarrenmusik, sondern sie bestimmt unser Leben. Das ist unser Antrieb und wir freuen wir uns einfach, wenn wir mit KSG Exaudio eine Plattform für hervorragende Interpretationen und großartige Gitarristen schaffen können. Ohne Gedanken an Verkaufstrategien und Moden, einfach nur zeitlos gute Musik.
? Was sind für Sie wertvolle Aufnahmen, die es sich lohnt auf CD zu bannen? Wie sind die Kriterien nach denen Sie ihre Künstler auswählen?
KÄPPEL: Ich kenne persönlich die besten Gitarren-Interpreten, was einfach daran liegt, dass ich mich nun schon seit über 30 Jahren weltweit in der Gitarrenszene unterwegs bin. Als Spieler, wie auch als Lehrer und Juror in den großen Wettbewerben. Dabei steht immer die individuelle Interpretation im Vordergrund. Wir schauen nicht so sehr auf z. B. die Idee einer Gesamteinspielung oder spezieller Werke. Nein, uns interessiert der Künstler und was er zu sagen hat.
? Was halten Sie von der ‚Verpoppung‘ der Ernsten Musik?
KASSUNG: Das ist wohl nicht mehr aufzuhalten. In Fällen wo die Musiker sich allzu sehr massentauglich verkaufen und jede Individualität verlieren ist das eher traurig. Aber es gibt auch viele positive Beispiele: Nehmen Sie z. B. das Album das Sting zusammen mit dem Lautenisten Edin Kamarasov aufgenommen hat. Eine ganze Platte nur mit Songs von John Dowland. Alte Musik aus dem 16. Jahrhundert. Dank Sting wurde es ein riesen Erfolg und hat sicher der ganzen Gitarrenwelt geholfen ein größeres Publikum für diese tolle Musik zu finden.
? Stichwort David Garret, Lang Lang oder Andre Rieu, ist das der Weg zum finanziellen Erfolg?
KÄPPEL: Diese Musiker sollte man nicht einfach in ein und den selben Topf werfen. Lang Lang ist ein guter Pianist. Ganz gleich was man von seinem interpretatorischen Ansatz hält. Natürlich steht hinter ihm eine riesen Verkaufsmaschinerie, genauso bei David Garret. André Rieu bedient dabei noch viel mehr die leichte Unterhaltung. In diesem Umfeld ist es natürlich viel einfacher große Massen zu erreichen und ein finanzieller Erfolg ist eher möglich als in so einer kleinen Nische wie der klassischen Gitarrenmusik. Insofern sind es bewusste Entscheidungen in welche Richtung ein Künstler geht. Wo er Prioritäten setzt.
? Spielt das im Bereiche der klassischen Gitarrenmusik eine Rolle?
KÄPPEL: Nein absolut nicht. Wie schon gesagt, wir sind eine sehr kleine Nische der klassischen Musik. Das ist alles recht familiär und überschaubar. Man könnte sogar sagen, dass die Musikindustrie und die großen Managements einen ziemlichen Bogen um die klassische Gitarre machen, weil ihnen dort zu wenig Geld winkt.
? Sie sprechen von einer neuen Generation von Gitarristen. Was genau meinen Sie damit?
KÄPPEL: Die Gitarre befindet sich in einer ständigen Weiterentwicklung. Erst in den 60er Jahren kam die klassische Gitarre z. B. an die Hochschulen. Es gibt immer mehr gute Lehrer heute auch fast an allen Musikschulen. Die jungen Schüler können also früh gefördert werden und treffen dann auf eine hervorragende Hochschulausbildung. Ich merke es immer wieder an den unglaublichen Talenten die ich an der Kölner Hochschule und der Koblenz Guitar Academy unterrichte.
? Wie wichtig ist Ihnen das Equipment bei den Aufnahmen?
KÄPPEL: In erster Linie sind hervorragende Mikrofone und Preamps von Bedeutung. In unserem Fall von klassischen Gitarrenaufnahmen hat meine Erfahrung aber gezeigt, dass das allerwichtigste die natürliche Raumakustik und der Interpret sind. Die Spieler müssen eine Klangkultur entwickelt haben und diese in einem tollen Raum live ausleben können. Ich fange dies nur ein. Möglichst eins zu eins und ohne großen technischen Aufwand.
? Stichwort SACD oder Blue Ray Audio: Was halten Sie von Audiophilen Produktionen, wie sie Andreas Spreer (Tacet Records) oder Günther Pauler (Stockfisch Records) produzieren.
KASSUNG: Jedes Bemühen für höhere Qualität und bessere Aufnahmetechnik finde ich grundsätzlich sehr gut. Bei SACD und Blue Ray sehe ich aber das große Problem darin, dass dann doch die wenigsten Hörer die Scheibe in einem Abspielgerät hören, was die technischen Möglichkeiten ausschöpfen kann. Man würde also mit großem Aufwand eine teure Produktion machen die nachher dann doch 80% der Käufer in gewohnter CD-Qualität hören. Sie dürfen nicht vergessen: Audio ist nicht Video. Eine CD lebt nach wie vor davon, dass man sie ohne Probleme in jedes x-beliebige und noch so alte Abspielgerät legen und hören kann.
? Ihre Produktionen kommen auf CD mit 44,1 Kilohertz und 16 Bit auf den Ladentisch. Der Audiophilen-Szene wird das vielleicht nicht reichen. Sind hohe Samplingfrequenzen und Bitraten entscheidend für erstklassige Einspielungen und eine Option für KSG Exaudio?
KASSUNG: In unserem Fall sind hohe Samplingfrequenzen und Bitraten nicht entscheidend für erstklassige Einspielungen. Da wir uns auf klassische Gitarrenmusik konzentrieren haben wir es immer nur mit solistischen bis kleinen Kammermusikbesetzungen zu tun. Dabei geht es uns darum den Live-Klang möglichst unverfälscht einzufangen. Dazu brauchen wir hochwertigste Komponenten für die Aufnahme, hervorragende natürliche Akustik und Interpreten die einen großartigen Klang produzieren. Der Klang kommt aus den Fingern und ist mit keiner Technik zu erzeugen. Deshalb halten uns bewusst fern von zu großem technischen Aufwand, wie z.B. Mehrkanalton etc. und nur dann würden höhere Samplingfrequenzen und Bitraten ja erst einen Sinn machen. Es lenkt zu oft vom Wesentlichen ab. Und das ist nun mal die Interpretation.